Jagdersatz Training
Jagdverhalten verstehen und in sinnvolle Bahnen lenken
Wild sehen und sofort losrennen? Einer Spur folgen, plötzlich verschwinden oder auf Bewegungsreize stark reagieren?
Für viele Hunde ist Jagdverhalten ein ganz natürlicher Bestandteil ihres Verhaltens. Gerade deshalb lässt es sich nicht einfach „wegtrainieren“. Viel sinnvoller ist es, zu verstehen, was den eigenen Hund beim Jagen eigentlich antreibt, und ihm passende Möglichkeiten zu geben, diese Bedürfnisse kontrolliert auszuleben.
Beim Jagdersatztraining arbeiten wir deshalb nicht nur am Rückruf. Wir schaffen alternative Aufgaben, trainieren Orientierung und Impulskontrolle und bauen Schritt für Schritt eine Zusammenarbeit auf, die auch dann funktioniert, wenn draußen etwas Spannendes passiert.
Was steckt hinter dem Jagdverhalten?
Jeder Hund jagt ein wenig anders. Während der eine bereits bei einem Reh in der Ferne völlig aus dem Häuschen ist, arbeitet der andere intensiv an einer Spur, verfolgt Bewegungen oder stöbert stundenlang nach interessanten Gerüchen.
Deshalb beginnt gutes Jagdersatztraining nicht mit einem festen Übungsprogramm, sondern damit, den Hund und sein individuelles Jagdverhalten zu beobachten und zu verstehen.
Je nach Hund können dabei unterschiedliche Bereiche eine Rolle spielen:
- Orientierung am Menschen
- Impulskontrolle und Frustrationstoleranz
- Rückruf und Stoppsignale
- Arbeit mit Bewegungsreizen
- Nasenarbeit und Suchaufgaben
- kontrolliertes Hetzen und Verfolgen
- Spurensuche
- Apportier- und Dummyarbeit
- selbstständiges Arbeiten
- Ruhe und Ansprechbarkeit trotz Ablenkung
Jagdtrieb nicht unterdrücken – sondern sinnvoll nutzen
Ein Hund mit ausgeprägtem Jagdverhalten braucht nicht unbedingt weniger Beschäftigung – häufig braucht er die richtige Beschäftigung.
Beim Jagdersatztraining nutzen wir deshalb Elemente aus dem natürlichen Jagdverhalten und übertragen sie in kontrollierte Aufgaben. Der Hund darf suchen, verfolgen, entdecken und arbeiten, ohne dabei tatsächlich Wild hinterherzujagen.
Gleichzeitig lernt er, sich an Dir zu orientieren, auf Signale zu reagieren und seine Erregung wieder herunterzufahren.
Das Ziel ist nicht, aus einem passionierten Jagdhund einen Hund zu machen, der Wild völlig uninteressant findet. Ziel ist eine bessere Kontrolle des Jagdverhaltens und eine verlässliche Zusammenarbeit im Alltag.
Für wen ist das Jagdersatztraining geeignet?
Das Training eignet sich unter anderem für Hunde,
- die draußen stark auf Wild reagieren,
- die bereits Wild hinterhergegangen sind,
- die sich nur schwer von Spuren oder Gerüchen lösen können,
- die bei Bewegungsreizen schnell hochfahren,
- deren Rückruf bei Wild nicht zuverlässig funktioniert,
- die eine sinnvolle Beschäftigung brauchen, die ihren Anlagen entspricht,
- oder deren Menschen lernen möchten, das Jagdverhalten ihres Hundes besser einzuschätzen und zu kontrollieren.
Jagdersatztraining als 6-Wochen-Kurs
Über sechs Wochen habt Ihr die Möglichkeit, verschiedene Bereiche des Jagdersatztrainings kennenzulernen und Schritt für Schritt aufzubauen.
Jagdersatztraining als Intensivkurs
Wer sich besonders intensiv mit dem Thema beschäftigen möchte, kann das Jagdersatztraining auch als 3-Tage-Intensivkurs absolvieren.
Der Intensivkurs besteht aus:
1 Abend Webinar
2 Praxistage mit je 120 Minuten Training
In den beiden Praxiseinheiten setzen wir die Inhalte praktisch um. Wir arbeiten an Orientierung, Impulskontrolle, Rückruf und passenden Jagdersatzaufgaben und passen die Übungen an den jeweiligen Hund an.
Die Kombination aus Theorie und Praxis ermöglicht es, nicht nur einzelne Übungen kennenzulernen, sondern auch zu verstehen, warum und wann welche Strategie sinnvoll ist.
Was Ihr aus dem Training mitnehmt
Jagdersatztraining bedeutet nicht, dass Dein Hund draußen plötzlich jedes Wild ignoriert. Es geht darum, Euch als Team mehr Möglichkeiten zu geben.
Du lernst,
- das Jagdverhalten Deines Hundes besser einzuschätzen,
- kritische Situationen frühzeitig zu erkennen,
- Deinen Hund rechtzeitig anzusprechen,
- passende Alternativen anzubieten,
- Jagdverhalten kontrolliert in Beschäftigung umzuleiten,
- Rückruf und Stoppsignale sinnvoll einzusetzen,
- und Deinen Hund auch außerhalb des Trainings entsprechend auszulasten.
Dein Hund lernt, dass Zusammenarbeit mit Dir ebenfalls spannend sein kann – und dass es sich lohnt, ansprechbar zu bleiben.
Jagdersatztraining ist mehr als Beschäftigung
Eine spannende Suchaufgabe allein macht noch keinen Hund jagdlich kontrollierbar. Genauso wenig reicht ein Rückrufsignal, wenn der Hund bei der ersten Wildsichtung völlig ausblendet.
Mehr Kontrolle. Mehr Zusammenarbeit. Mehr Freiheit.
Du möchtest das Jagdverhalten Deines Hundes besser verstehen und ihm trotzdem die Möglichkeit geben, seine natürlichen Anlagen sinnvoll auszuleben?



